Regenzeit in Afrika 1

man kann ziemlich nass werden in Afrika

Regenzeit in Süden von Afrika ist vom November (kleine Regenzeit) bis Ende März. Es ist die Zeit des Südafrikanischen Sommers mit den höchsten Jahrestemperaturen. Diese liegen im Mittel über 30°C und können in der Kalahari auch die 40° Marke locker übersteigen. Die Temperatur nachts liegt je nach Höhenlage bei ca. 20-25°C. Im Osten, an der Küste des Indischen Ozeans beginnt die Zeit der Zyklone.

Der Niederschlag wird durch feuchte Luft aus dem Norden oder aus Osten vom feuchten und warmen indischen Ozean her transportiert. In der Regel darf man annehmen, je weiter nördlich und östlich man unterwegs ist, desto eher die Wahrscheinlichkeit von Regen in dieser Zeit. Ganz im Westen, also z.B. in der Namib oder im Süden zb. Oranjemund bis runter nach Kapstadt wird man in dieser Zeit sehr wenig vom Regen sehen.

Sturtzfluten

Der Regen fällt nicht als Landregen, sondern es bauen sich im Tagesverlauf gewaltig anzuschauende Gewitterwolken auf. Manche davon zerfallen wieder, lösen sich auf, oder aber sie regnen sich aus. Dann ist der Regen kräftig, sehr kräftig. Oft ist der Regen so stark, dass man nicht mehr weiter fährt. Das Gelände kann den Regen in den Mengen nicht aufnehmen und sehr schnell überflutet der Regen den Boden und sucht sich einen Abfluss. Nicht einfach falls das Land so flach ist wie in der Kalahari.

Doch es gibt Senken (Pans) und Trockenflusstäler welche sich bei Regen sehr schnell füllen. Für die Afrikaner ist der Regen ein Segen. Man freut sich, dass die Rivieren voll laufen und das Wasser wild strömend abfließt. Dabei wird dramatisch viel Erdreich mitgerissen und Landschaften, wie wir dies beispielsweise am Limpopo gesehen haben, werden enorm ausgeschwemmt. Diese gewittrigen Niederschläge hören so plötzlich auf, wie sie gekommen sind. Danach kommt die Sonne, später die Nacht und danach sieht man sehr schnell nichts mehr von dem Regen. Nur entlang der Pisten bleibt das Wasser stehen und die Spuren der Pisten selbst bleiben nass.

 Aber die Vegetation blüht auf. Das Land wird mit jedem Regenguss grüner. Selbst in der Kalahari mutiert die karge Vegetation in grüne Oasen und ist nicht wieder zuerkennen.  Die Tiere finden überall  reichlich Nahrung und Wasser. 

Zyklone

An der Ostküste sieht es mit dem Niederschlag etwas anders aus. Dort bilden sich im warmen indischen Ozean teilweise enorm mächtige Zyklone und ziehen vom Meer an die Küste. Der Landfall dieser Zyklone bringt enorme Regenmengen und Sturm an Land. Verheerende Fluten verwüsten das Land. Je nach Stärke der Zyklone können diese auch weit ins Land ziehen und erreichen auch Botswana und den Südosten Südafrikas. Die Reiseplanung muss die Entwicklung von Zyklonen im Auge haben und es ist gut, einen Plan B/C/…. zu haben.

Warum reisen wir in der Regenzeit ?

Natürlich lockt uns erst einmal die Idee, dem grauen, kalten, kahlem und verregnetem Mitteleuropa in eine warme, ja heiße und grüne Welt entfliehen zu können. Und wenn diese warme grüne Welt auch noch mit dem Gefühl der grenzenlosen Weite, der Freiheit und der Exotik einer uns völlig fremdem Tier und Pflanzenwelt lockt, fällt es schwer zu widerstehen. 

Wir reisen in den Monaten Februar und März. Normal ist das keine Zeit der Touristen in Afrika. Die kommen im afrikanischen Winter, zu der Zeit in dem die Dürre dem Land jegliches Grün abgenommen hat und Wasser eine Mangelware ist. Zu dieser Jahreszeit sind die Tiere gezwungen die wenigen Wasserlöcher aufzusuchen. Die Touristen, die jetzt in Herden unterwegs sind,  warten dort einfach und beobachten was alles kommt.

Man kann das mögen, wir nicht! Das grüne Afrika ist so viel schöner und lebendiger. Und die Suche nach den Tieren ist zwar viel schwerer aber es ist unvergleichlich befriedigender wenn man die trotzdem findet. Und man kann sie finden. In jedem Urlaub in Afrika lernen wir dazu, lernen mit den Wegen und Widrigkeiten umzugehen. Wir bekommen mehr Gespür wo die Tiere sind und wie man ihnen nahe kommt. Alle Tiere bringen am Beginn der Regenzeit ihr Jungen auf die Welt und sind mit diesen unterwegs. Ein unvergleichlicher Anblick, zu sehen wie Herden von Springböcke, Gnus und andere Antilopen mit Massen von Jungtieren im grünen Gras der Kalahari unterwegs sind.