Mokolodi Nature Reserve bei Gabarone

Stabheuschrecke im Radkasten © badenduo.de

Der Mokolodi war unsere erste Station nach Südafrika, weil wir nicht in Gaborone übernachten wollten. Er ist zum kurz vorbeischauen ganz nett mit schlechten Straßen und den üblichen Verdächtigen….Impalas, Zebras, Oryx und Pavianen. Morgens wollten wir einen Stock, der sich unserer Meinung nach zwischen Radkasten und Reifen verklemmt hatte, entfernen. Was haben wir gestaunt, als der Stock sich bewegt hat. Wir haben zum ersten Mal in unserem Leben eine Stab- bzw.  Gespenstschrecke gesehen.

 


Bislang sind wir im Westen der Kalahari unterwegs gewesen. Den Kgalagadi Transfontier Park kennen wir wie unsere Westentasche. An den Trip von Nossoub zu den Pans beim Mabuasehebe-Gate über den Matopi Trail erinnern wir uns noch heute als eine erste wichtige Fahr-Highlight in der Kalahari. Später haben wir nach Norden erweitert, hoch zum Kaa-Gate. Die Tour zur Sizatswe-Pan – sogar im Regen – hat uns mutiger gemacht. Und unser Besuch im Naxi-Park hat ebenfalls ganz wesentlich dazu beigetragen, dass wir uns durchaus zutrauten, weitere, uns bislang unbekannte Gebiete und Pisten in der Kalahari meistern zu können, unsere neuen Parks in der Kalahari

Die botsuanischen Parks in der zentralen Kalahari 1

Aber vor den verbliebenen Parks in der Mitte und im Süden Botswanas, dem Kuthse Game Reserve, dem Central Kalahari Game Reserve und dem Makgadikgadi Pans NP hatten wir doch enormen Respekt. Berichte über die Pisten zu und in den Parks in den Foren handelten meist um die „Unbefahrbahrkeit“ eben dieser Pisten.

Aber sowas übt natürlich  den Reiz am „Verbotenen“ aus. Und 2019 waren wir soweit: mit diesem Auto (es war sehr viel besser als alles was wir bislang hatten) und in der Hoffnung auf unsere Wetterprognose sollte es klappen. Dazu kam, dass wir die Camps im Kuthse und CKGR tatsächlich von zu Hause aus buchen konnten. Zwar zum schweineteuren Preis, aber immerhin, wir hatten einen Fuß in der Tür wenn es Probleme mit den Permits in Botswana gegeben hätte.

Und ja es ist so wie oft beschrieben: es sind keine ganz einfachen Verhältnisse in den Parks. Schon die Anfahrt zu den Gates sind zumindest im letzten Drittel so, dass man im Nachhinein sagen kann, wenn die klappt, klappt’s auch im Park. Aber genug mit der Fahrerei.

Was ist der Lohn der Mühe ?


Einer der Reiseführer hat es treffend etwa so umschrieben:

Wenn Du einen Ort suchst, von dem Du weißt, dass die nächsten 100 km rundum kein Mensch die Welt so sieht wie Du, dann komm hier her.



Ja, genau das findet man hier, diese unbeschreibliche Weite der Kalahari und zumindest in unserer Reisezeit das Gefühl, dass Dir diese Weite allein gehört, ganz allein!


Khutse Game Reserve



Khutse war unser erstes Ziel in der Kalahari. Die Campsites hatten wir schon in Deutschland gebucht. Als wir ankommen, präsentieren wir stolz unsere Buchung, nur um  festzustellen, dass wir einen Tag zu früh dran sind. Ist aber auch kein Problem, weil der private Betreiber (Bigfoot) auch am Gate ist und uns gern noch einen Tag zusätzlich verkauft. 

Es ist trocken und lässt sich gut fahren. Auf unserer Campsite Molose 1, die landschaftlich sehr schön gelegen ist, stehen doch tatsächlich 6 Südafrikaner mit der üblichen, üppigen Campingausstattung. Sie drücken uns eine Story rein, dass ihre Seite belegt gewesen wäre. Wer es glaubt…Wir bekommen ein kaltes Bier, von dem die Jungs auch schon mehr als genug intus haben. Als die Diskussion politisch wird, verabschieden wir uns. Wir haben zum ersten Mal ein Lob für unser Auto bekommen. Das will was heißen. 

Wir ziehen um zu Molose 2, direkt in der Nähe des Wasserlochs. Tiere hat es -erwartungsgemäß- eher weniger, wir sehen ein paar scheue Oryx, zwei Kudus und einen Elefanten. 

Wir genießen die laue Nacht in der Kalahari und gehen irgendwann ins Bett. Um ein Uhr rum werde ich von südafrikanischer Countrymusik wach. Wie kann das sein? Unsere Nachbarn dachten, es wäre eine gute Idee, besoffen und mit lauter Musik des nächtens ans 2 km entfernte Wasserloch zu fahren. Ich hoffe nur, dass die uns nicht auch noch einen Besuch abstatten wollen. Das machen Sie zum Glück nicht. Und wegen sowas fährt man in die Einsamkeit der Kalahari. Aber in den nächsten 2 Tagen hatten wir den Park für uns alleine.


Die botsuanischen Parks in der zentralen Kalahari 4
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Die botsuanischen Parks in der zentralen Kalahari 6
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Central Kalahari Game Resort



Auch die Campsites im CKGR haben wir vorgebucht. Billig sind sie mit 100 $ pro Nacht ja nicht, aber wo hat man schon die Gelegenheit, noch so einsam mit Plumpsklo und Eimerdusche zu übernachten? In Europa nicht. Im CKGR sind wir auch wieder fast alleine mit scheuen, großen Herden von Oryx, Springböcken, Giraffen und Trappen. Ein Elefant, der direkt an der Piste steht, ist von uns genauso überrascht wie wir von ihm. Schnell durch, bevor er anfängt zu drohen. 

Die Straßen sind schlecht, das Fahren anstrengend. Es hat tiefe Furchen, enge, bewachsene Pisten, tiefe Wasserlöcher und Sand. Obwohl unser Auto klasse ist und das alles problemlos meistert, ist es Zeit, anzukommen. Kilometer und Strecke macht man bei diesen Verhältnissen nicht. Wir sehen ein, dass wir es nicht schaffen, eine große Runde im CKRG zu drehen. 

Wir übernachten auf Passarge 1 und 2 und am schönsten, Sunday 2. Es hat Wüstenklima, tagsüber ist es trocken-heiß, nachts kühlt es immer schön ab auf 15 Grad. 

Die botsuanischen Parks in der zentralen Kalahari 23

Als ich das Zelt aufklappe, wundere ich mich, warum es dieses Mal so schwer geht. Die Piste hat ihren Tribut gefordert, das Scharnier ist gebrochen. Zu zweit schaffen wir es. 

Die Alarmanlage

Nach dem langen Tag sind wir seelig ins Land der Träume gewandert. Bis wir in stockdunkler Nacht von einem hupenden Auto aufgeweckt werden. Wir sitzen senkrecht im Dachzelt und begreifen gar nicht, was da los ist. Nach einer Weile realisieren wir, dass es unser eigenes Auto ist, was da loshupt und blinkt und tut und macht. Wir wussten bis jetzt gar nicht, dass es eine Alarmanlage hat. Aber warum geht die mitten in der Nacht los? 

Überfall? Unwahrscheinlich, weil im Umkreis von 100 km bis jetzt zumindest kein anderer Mensch zu sehen war. Und eben so unwahrscheinlich, dass sich da jemand nachts auf die Socken gemacht hat, um uns zu überfallen. 

Tiere? Waren hier auch eher selten zu sehen, vor allem doch nicht im Inneren unseres Autos. Mit dem Funkschlüssel stoppen wir die Alarmanlage und liegen noch eine Weile wach, aufmerksam lauschend, ob wir etwas hören…

Kaum sind wir wieder eingeschlafen, das gleiche Spiel. Tröt, hup, blink!! Hubert erbarmt sich und steigt runter und schaut, ob sich im Autoinneren etwas verbirgt. Nichts, weder innen noch außen. Dieses Mal bleibt es ruhig, wir schlafen irgendwann wieder ein. 

Eine Weile später erzählen wir anderen Auto-Reisenden von dem Phänomen. Und die haben eine Erklärung. Im Inneren des Autos befindet sich ein Sensor und wenn sich etwas in der Nähe bewegt, geht die Alarmanlage los. Und dieses Etwas kann auch etwas sehr kleines, wie eine im Auto aus Versehen eingesperrte Fliege sein…


Die botsuanischen Parks in der zentralen Kalahari 24
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Die botsuanischen Parks in der zentralen Kalahari 40
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Schakal

Unvorsichtigerweise hatten wir den Abfallbeutel an einen Baum gehängt. Das haben sich Hunderte von Ameisen nicht entgehen lassen. So wollten wir den nicht mitnehmen. Also buddelt Hubert ein sehr tiefes Loch und versenkt den ameisenverseuchten Müllbeutel. Oben drauf noch stachlige Äste. Morgens werden wir davon wach, dass wir das Geräusch eines im Sand buddelnden Tieres hören. Was ist denn das? Ein Schakal ist gerade dran, unseren Müllbeutel wieder auszugraben. Er lässt sich nicht verscheuchen, egal wie.



Wir nehmen unseren Müll wieder mit. Wenigstens sind die Ameisen jetzt draußen.